Angela Migliazza exklusiv

 

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 Fußball in der Ortenau

 

Logo_SandBundesligaspielerin Angela Migliazza

exklusiv im Kicker der Ortenau

 

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Name: Angela Migliazza

 Alter: 31 Jahre

 Beruf: Diplomierte Bankbetriebswirtin (FS)

 Wohnort: Oberkirch-Ödsbach

 

 

Laufbahn Spielerin:   

1991 – 1999 SV Ödsbach, seit 1999 SC Sand

Auswahlspiele: Südbadische Auswahl 1993 – 2005

Größte Erfolge: Meister Regionalliga – Süd 2012, Südbadischer Pokalsieger 2012, Meister 2. Frauen Bundesliga Süd 2014

Rekordspielerin der 2. Frauen Bundesliga Süd , Erreichen des DFB-Pokal Halbfinales

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Es ist geschafft. Groß war die Freude nach dem Erringen der Zweitligameisterschaft 2014 .

 

Kicker:  Hallo Angela, nach Kerstin Boschert aus Bad Peterstal und Nationalspielerin Verena Faißt aus Ettenheim, sind Sie die dritte Spielerin aus der Ortenau die in der 1. Frauenbundesliga spielt. Was hat sich in ihrem Leben entscheidendes verändert ?  

Migliazza : Mehr Training, weniger Freizeit und ich werde häufiger in der Öffentlichkeit auf das Fußball spielen in der ersten Bundesliga angesprochen. Dass der SC Sand nun erstklassig in der zweiten Saison spielt und schon für Furore diese Saison gegen große Clubs gesorgt hat, ist nicht nur in der Ortenau angekommen. Ansonsten arbeite ich nach wie vor in Vollzeit bei der Volksbank Offenburg als Bankkauffrau und es macht mir beides tagtäglich sehr viel Spaß.  

Kicker: Sie kommen von einem Verein, dem SV Ödsbach aus der Ortenau. Was hat Sie vor 16 Jahren bewogen zum SC Sand zu wechseln?

Migliazza: Der SC Sand war damals schon im Mädchen- und Frauenfußball das non plus ultra in unserer Region. Ich wollte mich damals zunächst in der Mädchenmannschaft weiterentwickeln um dann später in der Regionalliga Mannschaft der Frauen des SC Sand Fuß zu fassen.  

Kicker: War es zu diesem Zeitpunkt der richtige Schritt ? 

Migliazza: Unbedingt, denn ich durfte aufgrund des Alters nicht weiter bei den Jungs beim SV Ödsbach spielen. In Sand hatte ich dann vom Start weg den gleichen Trainer in der ersten Mädchenmannschaft und in der zweiten Frauenmannschaft, die damals in der Verbandsliga spielte und somit konnte ich in beiden Mannschaften parallel spielen und dies erleichterte mir den Wechsel in den Frauen Bereich entscheidend.

Kicker: Am 7. Spieltag der Frauenbundesliga, das Tor der Woche erzielt . Im Land der Welt-und Europameister sicherlich eine  besondere Auszeichnung, von den Fans gewählt zu werden. Was haben Sie empfunden, als Sie von der Wahl erfahren haben?

Migliazza: Ich habe mich sehr darüber gefreut, weil es auch gleichzeitig mein erstes Erstligator war und wir nach dem Spieltag auf dem dritten Tabellenplatz standen. 

 

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Im Spiel gegen Werder Bremen gelang Angela Migliazza mit dem 3:0 das “ Tor der Woche“.                             (Foto: Künster Presse)

 

Kicker: Seit 2014 spielen Sie mit dem SC Sand  in der 1. Frauenbundesliga . War dies eine erwartete Entwicklung, oder worauf führen Sie die Leistungssteigerung zurück  ? 

Migliazza: Seit dem Wiederaufstieg 2012 in die zweite Frauen Bundesliga fand eine große Weiterentwicklung in Sand statt. Die Trainingsintensität wurde erhöht, die Mannschaft wurde enorm verstärkt und die Arbeit im und um den Verein wurde in jeder Hinsicht professioneller. Es ist sehr viel Engagement von vielen gefragt um die Anforderungen des Deutschen Fußball Bundes zu erfüllen und uns Spielerinnen die Möglichkeit zu geben in Sand erstklassig zu spielen. 

Kicker: Viele Spielerwechsel mit Spielerinnen aus vielen verschiedenen Ländern bestimmen die Kaderzusammenstellung beim SC Sand. Kommt dies im Kader immer gut an? 

Migliazza: Dieses Jahr haben wir eine tolle Mannschaft zusammen. Die Mischung passt und wir haben sehr viel Spaß. Wichtig ist, dass alle Spielerinnen deutsch sprechen können. Das war in der Vergangenheit nicht immer so und darunter litt auch der Trainingsablauf und die Kommunikation untereinander.

Kicker: Der zweite Bundesligist in Südbaden, der SC Freiburg, hat viele Spielerinnen aus der eigenen Fußballschule im Kader. In Sand sind Sie die einzige Spielerin aus der Ortenau. Kann sich das in Zukunft ändern ?

Migliazza: Wir können und wollen uns nicht mit Freiburg vergleichen. Die Voraussetzungen sind in Freiburg mit dem eigenen Fußballinternat und dem Bezug zur Uni ganz andere. Der SC Sand hatte schon immer eine große Mädchenabteilung mit sehr talentierten Nachwuchsspielerinnen. Mit besonderem Ehrgeiz, dem unbedingten Willen erste Bundesliga spielen zu möchten und vor allen Dingen dem Spaß daran, traue ich auch den Nachwuchsspielerinnen aus der Region den Sprung in die Bundesliga zu.  

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Angela Migliazza wie man sie kennt. Engagiert mit dem Zug nach vorne. Im Spiel gegen SGS Essen setzte sie sich gegen zwei Gegenspielerinnen durch.

 

Kicker: Letzte Saison im letzten Spiel den Klassenerhalt geschafft. Frauenbundesliga in Sand mit dem Anspruch sich zu etablieren. Wie viele Entbehrungen müssen Sie ertragen, wie schaffen Sie das neben ihrem Beruf, wie hoch ist der Trainingsaufwand ? 

Migliazza: Ich habe natürlich wenig Freizeit während der Vorbereitung und der Saison, spiele aber nach wie vor sehr gerne Fußball und es ist schon etwas ganz besonderes dies vor Ort in einem Team der ersten Liga zu tun. Zu verdanken habe ich dies natürlich auch meinem Arbeitgeber, da ich mir die Arbeitszeiten doch größtenteils flexibel einteilen kann. Durch die kurzen Wege zwischen Arbeits- und Fußballplatz kann ich mir den Tagesablauf gut organisieren. Wir trainieren im Moment viermal abends und die nicht berufstätigen Spielerinnen noch dreimal vormittags zusätzlich. 

Kicker: Sicherlich haben sie auch schon dran gedacht wie mittelfristig oder langfristig ihre fußballerische Zukunft aussehen soll. Gibt es da schon Pläne ? 

Migliazza: Ich habe bisher immer von Jahr zu Jahr geplant. Derzeit bin ich selbst noch am liebsten sportlich aktiv, sodass ich mir noch keine Gedanken über eine Trainerfunktion oder ähnliches gemacht habe. Ich möchte jetzt zunächst nur an diese Saison als Spielerin denken und mit der Mannschaft noch einiges erreichen. 

© Redaktionsbüro Udo Künster, Schulstraße 7b, 77731 Willstätt, +49 176 23748525

Gegen den 1. FFC Frankfurt gab es zwar eine knappe 1:2  Niederlage, doch der SC Sand hielt lange gut mit. (Foto: Künster Presse)

Kicker: Letzte Frage, außer beim SC Sand hat sich das Niveau im Frauenfußball in der Ortenau nur bedingt weiter entwickelt. Drei Landesligisten als  Spielgemeinschaften , die Kreisliga A nur noch eingleisig im Spielbetrieb.  Auf was führen Sie dies zurück ?

Logo_Ehrenamt_VobaMigliazza: Spielgemeinschaften sind aus meiner Sicht nicht negativ zu bewerten. Heutzutage haben die Kinder und Jugendlichen ein viel größeres Angebot an Freizeitmöglichkeiten. Das war früher anders. Dennoch hat der Fußball nach wie vor einen sehr großen Stellenwert, begeistert und verbindet die Menschen weltweit, sodass ich der Überzeugung bin, dass auch weiterhin im Frauen-und Mädchenbereich  viel Fußball gespielt wird. In Spielgemeinschaften können die nötigen Kräfte besser gebündelt werden, denn für uns Spielerinnen erbringen eine Menge (oft ehrenamtliche) fußballbegeisterte Leute einen großen Teil ihrer oft raren Freizeit um das Vereinsleben aufrechterhalten zu können. Hierfür einen besonderen Dank! 

 

Kicker: Am kommenden  Sonntag das nächste Punktespiel. Derby gegen den SC Freiburg. Wie ist ihre Einschätzung zum Spiel?

Migliazza: Der SC Freiburg hat dieses Jahr eine starke Mannschaft und hat mit dem deutlichen 4:0 Sieg am letzten Spieltag gegen den 1. FFC Frankfurt ein Ausrufezeichen gesetzt. Wir wissen um unsere Stärken und mit den Fans im Rücken möchten wir am Sonntag unser nächstes Heimspiel gewinnen. Dazu bereiten wir uns diese Woche sehr fokussiert im Training vor.

Danke für das Interview

 

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