Sand vor dem Halbfinale

DFB-Pokal: Heimspiel gegen Bayern

Logo_Sand_50Sportvorstand Dieter Wendling im Interview mit Fritz Bierer, ARZ

Zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte steht das Frauenfußball-Team des SC Sand im Halbfinale des DFB-Pokals. Am Sonntag (12 Uhr) treffen die Schützlinge von Trainer Alexander Fischinger auf den deutschen Meister und aktuellen Spitzenreiter der Bundesliga, FC Bayern München. Der sportliche Leiter des SC Sand, Dieter Wendling, ist überzeugt, dass die Bayern den SC Sand nicht unterschätzen werden. Das Interesse an diesem Duell ist groß. Die ARD überträgt live in Südwest 3 und Bayern 3, und der Kartenvorverkauf läuft sehr gut. Wendling rechnet mit einem vollen Kühnmattstadion.  

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Sportvorstand Dieter Wendling, SC Sand

ARZ: Der SC Sand ist Vierter in der Tabelle. Ist das eine Platzierung auf der man sich künftig in der Bundesliga festsetzen will, also hinter den Top Drei des deutschen Frauenfußballs?

Wendling: Das ist noch Wunschdenken. Als kleinster Verein der Liga überhaupt mitzuhalten ist schon ein riesiger Erfolg. Wir dürfen nicht träumen, sondern müssen versuchen, uns Schritt für Schritt zu verbessern, vor allem in der Infrastruktur haben wir enormen Nachholbedarf.

ARZ:Rang drei oder zwei würde die Qualifikation für die Champions League bedeuten. Dazu noch das DFB-Pokalfinale in Köln – beides ist möglich. Wäre man für so ein Szenario beim SC Sand überhaupt gerüstet?

Wendling: Es qualifizieren sich nur die ersten beiden Mannschaften für die Champions League. Das werden der FC Bayern München und Wolfsburg oder Frankfurt sein. Das Pokalfinale in Köln wäre natürlich eine Sensation. Da würden wir schon gerne hinfahren und das nicht nur als Zuschauer, sondern durch den Spielereingang.

ARZ:Würden Sie das Erreichen der Top Vier im Pokal als größten Erfolg des SC Sand bezeichnen?

Wendling: Vor zwei Jahren waren wir schon einmal im Halbfinale und sind beim damaligen Ligaprimus Frankfurt mit 0:2 gescheitert. Es hat uns damals die erste TV-Liveübertragung gebracht. Auch jetzt spielen wir wieder gegen die momentan beste deutsche Mannschaft, den FC Bayern München. Dieses Mal haben wir wenigstens ein Heimspiel, sodass auch alle unsere treuen Zuschauer vor Ort sein können. Falls wir erfolgreich sind, ist es der größte Erfolg.

ARZ: Der FC Bayern ist momentan die »Übermannschaft«. Seit 40 Bundesliga-spielen ungeschlagen mit 104 von 120 möglichen Punkten. Wie groß ist der Respekt vor diesem Kontrahenten?

Wendling: Respekt haben wir vor jedem Gegner, aber keine Angst. Wenn wir zehnmal gegen Bayern spielen, werden wir neunmal verlieren. Vielleicht erwischen wir das eine Spiel, bei dem alles für uns läuft und die Bayern nicht ihren besten Tag haben. Sie werden uns sicher nicht unterschätzen, das zeigt schon die Tatsache, dass die Bayern am Samstag bei der Rückreise aus Freiburg in Sand einen Stopp einlegten und das Kühnmattstadion besichtigten.

© Redaktionsbüro Udo Künster, Schulstraße 7b, 77731 Willstätt, +49 176 23748525

Es herrscht dicke Luft beim letzten Heimspiel gegen den FC Bayern vor dem Sander Gehäuse. Foto: Künsterpresse

 

ARZ:Was glauben Sie, mit welchem Rezept sind auch die Bayern zu schlagen?

Wendling: Mit viel Engagement, Herzblut und ein wenig Glück. Für die taktischen Vorgaben sind unsere Trainer zuständig.

ARZ: Wie viele Karten sind noch im freien Verkauf erhältlich?

Wendling: Es gibt noch ein Kontingent an Karten, das wir hoffentlich diese Woche noch verkaufen.

ARZ: Auch ein VIP-Zelt mit Verpflegung wird installiert – gibt es da noch Karten?

Wendling: Wir haben schon über 100 VIP-Tickets verkauft. Ein paar Restkarten sind auch da noch zu haben.

ARZ: Knapp 2000 Zuschauer passen ins Kühnmattstadion. Rechnen Sie mit einem ausverkauften Haus?

Wendling: So wie es im Moment aussieht, wird das Stadion voll.

ARZ: Wie groß ist überhaupt das Medieninteresse?

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Nationalspielerin Melanie Leupolz wechselte im Sommer 2014 vom SC Freiburg zum FC Bayern München. Foto: Patrick Seeger

Wendling: Am Sonntag übertragen SWR 3 und Bayern 3 live. Es werden sieben Kameras vor Ort sein, und wir haben rund zwei Stunden Live-Übertragung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

ARZ: Die Parksituation bei Heimspielen des SC Sand ist alles andere als ausreichend. Werden zusätzliche Parkflächen ausgewiesen?

Wendling: Die Situation hat sich wesentlich verbessert durch den Parkplatz direkt hinter dem Stadion, außerdem sind von der Gemeinde Parkplätze im Industriegebiet ausgewiesen, was einen zehnminütigen Fußmarsch bedeutet. Verglichen mit dem Stadion an der Grünwalder Straße in München, wo keine zehn Autos und nicht einmal der Mannschaftsbus parken können, sind das paradiesische Zustände.

ARZ:Wäre es nicht sinnvoller gewesen dieses Spiel in ein größeres Stadion mit besserer Infrastruktur zu verlegen – zum Beispiel nach Kehl oder Oberkirch?

Wendling: Das wäre logistisch nicht zu stemmen. Die Parkplatzsituation wäre nirgends besser und die ganzen Werbebanden unserer Sponsoren müssten ummontiert werden. Außerdem würden wir unseren Heimvorteil verlieren.

 

 

ARZ: Wie groß ist der Stress für die Organisatoren und Helfer beim SC Sand, aber auch die Vorfreude?

Wendling: Die Vorfreude überwiegt eindeutig, auch wenn dieses Mal eine gewaltige Aufgabe auf uns zukommt. Wir haben viele freiwillige Helfer und die Herrenmannschaft verstärkt unseren Ordnungsdienst, was natürlich eine tolle Geste von den Jungs von Trainer Victor Stürz ist.

ARZ: Angenommen der SC Sand wirft den FC Bayern München aus dem Pokal und zieht ins Finale ein: Wird im Willstätter Ortsteil dann  bis zum Auftritt in Köln  Blau-Weiß geflaggt?

Wendling: Falls das wirklich wahr wird, werden wir uns schon etwas einfallen lassen.

Danke für das Interview

 

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