SC Sand – 1. FFC Turbine Potsdam

SC Sand fehlten neun Minuten zum Unentschieden

Fußball, Allianz Frauen-Bundesliga: SC Sand – 1. FFC Turbine Potsdam 0:1 (0:0)

Vor den Augen von Frauen-Nationaltrainerin Steffi Jones lieferte der Ortenauer Fußball Erstligist SC Sand im heimischen Orsay Stadion dem Bundesligaersten 1. FFC Turbine Potsdam einen packenden Zweikampf. Den goldenen Treffer für die Gäste erzielte die eingewechselte Stefanie Draws neun Minuten vor Spielende.

Claire Savin beim Versuch, Potsdams beste Spielerin Svenja Huth zu stoppen.

Willstätt-Sand (uk). SC-Trainer Richard Dura war bei seiner Heimpremiere nach zwei Auswärtssiegen im Pokal und der Meisterschaft nur neun Minuten von einem weiteren Punktgewinn entfernt. Beide Mannschaften lieferten sich über 90 Minuten einen Kampf mit technischen Vorteilen bei den Gästen aus Potsdam. Die 864 Zuschauer im Sander Orsay Stadion erlebten packende Zweikämpfe und eine Bundestrainerin Steffi Jones zum Anfassen. Von Beginn an versuchte Sand den Tabellenführer mit viel Laufarbeit und Pressing in dessen Hälfte zu stören. Nationalspielerin Svenja Huth prüfte schon nach zwei Minuten Carina Schlüter im Sander Tor und anschließend köpfte Chioma Igwe eine Ecke von Isabelle Meyer am Turbinen-Tor vorbei. Potsdam hatte mehr Ballbesitz und Diane Caldwell verhinderte gegen Svenja Huth im letzten Moment einen Rückstand (21.). Im Anschluss hatten die medizinischen Abteilungen einiges zu tun. Bei Potsdam verletzte sich Inka Wesely und musste ausgewechselt werden. Sands Jovana Damnjanovic blieb nach einem Kopfballduell mit Bianca Schmidt benommen liegen, kam nach eine Behandlungspause wieder ins Spiel und scheiterte kurz darauf allein vor dem Potsdamer Tor an Lisa Schmitz (33.). Vier Minuten später musste Eseosa Aigbogun wegen einer Oberschenkelverletzung vom Platz. Nach torloser erster Halbzeit traf Felicitas Rauch nach einem Eckball den Pfosten des Sander Tores und kurz danach scheiterte Sands Nina Burger mit einem Schuss ebenfalls am Pfosten. Doch das Kurzpassspiel von Potsdam wurde immer genauer. Carina Schlüter klärte bei einem Freistoß von Felicitas Rauch mit Fußabwehr vor Johanna Elsig (70.) und war vier Minuten später auch bei einem Schuss von Lara Prasnikar eine sichere Bank. Doch den Siegtreffer konnte sie nicht verhindern. Nach zwei Eckbällen in Folge brachte Sand den Ball nicht aus der Gefahrzone heraus, das Leder kam auf der linken Seite zu Stefanie Draws, die eine Lücke in der Abwehr nutzte und aus 20 Metern tief ins lange Eck zum 1:0 traf (81.). Anschließend ließen die Gäste nichts mehr anbrennen und brachten den Sieg sicher über die Zeit. „Wir hatten in der zweiten Halbzeit beim Spielaufbau und Spiel gegen den Ball eine schwache Phase“, sagte Richard Dura, der aufgrund von Grippeerkrankungen und den Verletzungen in der Mannschaft auch nicht genug Alternativen zur Verfügung hatte. Am Sonntag fährt Sand zum Deutschen Meister FC Bayern München. Das Spiel wird live ab 17 Uhr in Sport1 übertragen.

SC Sand: Schlüter; Savin, Caldwell, van Bonn, Sandvej, Aschauer, Meyer (78. Vetterlein), Igwe (85. Meier), Chojnowski (57. Santos), Burger, Damnjanovic.

1. FFC Turbine Potsdam: Schmitz; Elsig, Wesely, (23. Draws)1 Schmidt, Kulis, Wälti, Aigbogun (37. Cramer), Rauch, Zadrazil (69. Kellond-Knight), Prasnikar, Huth.

Zuschauer: 864.

Schiedsrichterin: Marina Wozniak (Herne).

Tor: 0:1 Draws (81.).

Steffi Jones – Eine Bundestrainerin zum Anfassen

Bundestrainerin Steffi Jones beobachtete mit Sands sportlichem Leiter Dieter Wendling das Spiel.

Willstätt-Sand (uk). Zum ersten Mal war Steffi Jones als Bundestrainerin zu Gast im Sander Orsay Stadion. Eine Nationaltrainerin zum Anfassen, die sich nicht nur viel Zeit für Gespräche mit den Fans beider Fan-Lager nahm, sondern auch geduldig die Wünsche nach Autogrammen und Fotos erfüllte. „Ich versuche, mindestens einmal pro Saison jeden Verein zu besuchen“, sagte sie und fügte hinzu: „Es war schön hier und von der Größenordnung hört man, wenn die Leute applaudieren. Und ich denke, dass ich nächste Saison wieder kommen darf, da Sand ja sehr gut in der Tabelle platziert ist.“ Auch das Spiel an sich fand die Nationaltrainerin interessant: „Es war sehr ansehnlich, bei tollem Wetter Werbung für den Frauenfußball und es gab Torchancen auf beiden Seiten. Dennoch war Potsdam überlegen, was aufgrund der vielen Nationalspielerinnen vorhersehbar ist.“ Zu den Chancen bei der Europameisterschaft, die im Juli in den Niederlanden stattfinden, gibt sie genaue Vorgaben: „Ich habe schon beim Amtsantritt gesagt, dass wir den Titel verteidigen wollen. Wir haben einen ausgeglichenen starken Kader und gehen nach dem Olympiasieg mit viel Selbstvertrauen ins Turnier.“ Im Kader und möglicherweise sogar in der Startelf wird Potsdams Stürmerin Svenja Huth stehen, der Steffi Jones gerade bei Turbine eine tolle Entwicklung attestiert.

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