Neben dem Fußball auf dem Rasen hat in der Ortenau auch der Tischfußball seine Anhänger. „Kicker“ steht in der Region für beides – für den Fußballer ebenso wie für das Spiel am Tisch. Diese Seite ordnet den Tischfußball ein und erklärt die wichtigsten Regeln.
Tischfußball in der Ortenau
Tischfußball – umgangssprachlich „Kickern“ – wird längst nicht mehr nur in Kneipen und Jugendräumen gespielt. In der Ortenau gibt es mit dem KickerCentrum Ortenau einen Verein, der sich dem Sport widmet. Das KickerCentrum wurde im Jahr 2004 gegründet und versteht sich als Treffpunkt für alle, die das Spiel am Tisch ernsthaft oder zum Vergnügen betreiben. Anders als beim klassischen Vereinsfußball spielt das Alter dabei kaum eine Rolle: Am Tisch treffen Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen aufeinander.
Die wichtigsten Regeln
Im freien Spiel unter Freunden gelten oft eigene Hausregeln. Sobald jedoch in Turnieren gespielt wird, kommt ein verbindliches Regelwerk zum Tragen. Die folgenden Grundregeln bilden den gemeinsamen Kern, auch wenn einzelne Turniere im Detail abweichen können:
- Der erste Ball wird fair ins Mittelfeld eingeworfen, zwischen die beiden Fünferreihen.
- Ein Treffer zählt nur, wenn der Ball im Tor liegen bleibt.
- Nach einem Tor wird der Ball dort wieder eingebracht, wo der Torwart das Spiel eröffnet.
- Verlässt der Ball das Spielfeld, kommt er an der nächstgelegenen Ecke zurück ins Spiel.
- Das Durchdrehen der Stangen ist nicht erlaubt.
- Eine feste Spielzeit gibt es meist nicht – das Spiel endet, sobald eine Mannschaft sechs Tore erzielt hat.
Gut zu wissen
Die genauen Regeln richten sich nach dem jeweiligen Veranstalter. Bei offiziellen Wettbewerben gelten die Bestimmungen des zuständigen Tischfußballverbands, die im Detail über die hier genannten Grundregeln hinausgehen.
Technik und Spielweise
Auf den ersten Blick wirkt Tischfußball wie ein schnelles Reaktionsspiel, doch im Wettbewerb zählt vor allem Präzision. Geübte Spielerinnen und Spieler beherrschen ein Repertoire an Schuss- und Passtechniken, mit denen sie den Ball kontrolliert von Reihe zu Reihe führen, ehe sie den Abschluss suchen. Dazu kommt die Fähigkeit, die Bewegungen des Gegenübers zu lesen und die eigenen Figuren rechtzeitig in die Abwehrposition zu bringen. Anders als beim lockeren Spiel zwischendurch entscheidet im Turnier oft die Konstanz über mehrere Sätze hinweg.
Pass- und Schusstechniken
Zum Grundrepertoire gehören einige feste Techniken. Beim Bandenpass wird ein gerader Pass gespielt, den der Mittelspieler aufnimmt; er eignet sich besonders für Einsteiger, setzt aber voraus, dass die Offensivreihe darauf vorbereitet ist. Der Kantenpass unterscheidet sich durch den früheren Treffpunkt am Ball und überbrückt die gegnerische Reihe – gespielt wird er möglichst gerade und nicht zu schräg. Auch aus dem Mittelfeld lassen sich Tore erzielen, sofern das jeweilige Regelwerk Mittelfeldtore zulässt; ob sie zählen, wird vor der Partie abgesprochen.
Abwehr und Schuss
In der Defensive gilt die V-Stellung als bewährte Methode: Verteidiger und Torhüter werden unterschiedlich ausgerichtet – die Verteidiger nach vorne zum Torhüter geneigt, der Torhüter mit den Füßen in Richtung der Verteidiger, sodass die Figuren gemeinsam ein V bilden. In Bewegung gehalten, decken sie so einen großen Teil des Tores ab. Auf der Offensivseite zählt der Jet Shot, auch Snake Shot genannt, zu den anspruchsvolleren Techniken: Der Ball wird unter den Figurenfuß geklemmt und mit einer Bewegung aus Handfläche und Unterarm geschossen, was ihm zusätzlichen Schwung verleiht. Der Schuss erfordert Übung und die genaue Beachtung des Regelwerks, da eine falsche Ausführung schnell zu einem Regelverstoß führt.
Vom Freizeitspiel zum Wettbewerb
Wer regelmäßig spielt, merkt schnell, dass Tischfußball mehr ist als Glück: Ballkontrolle, Pass- und Schusstechnik sowie das Antizipieren der gegnerischen Bewegungen entscheiden die Partien. Im organisierten Bereich werden Ligen und Turniere ausgetragen, in denen Mannschaften und Einzelspieler gegeneinander antreten. Der DTFB (Deutscher Tischfußballbund) organisiert den Spielbetrieb auf nationaler Ebene und vergibt Titel in verschiedenen Disziplinen. Gespielt wird dabei sowohl im Einzel als auch im Doppel, und die Begegnungen ziehen sich häufig über mehrere Gewinnsätze, sodass Ausdauer und Nervenstärke gefragt sind.
Der Deutsche Tischfußballbund und die Bundesliga
Den organisatorischen Rahmen in Deutschland bildet der Deutsche Tischfußballbund (DTFB), gegründet 1969. Unter seinem Dach werden mehrere Wettbewerbe ausgetragen, getrennt nach Damen, Herren, Senioren und Junioren. Die höchste Spielklasse ist die DTFB-Bundesliga, deren Entscheidungen an zwei Wochenenden im Jahr fallen; die deutsche Mannschaftsmeisterschaft wird traditionell in Bonn ausgespielt und ist auch für Zuschauer einen Besuch wert. Neben überregionalen Turnieren wie den Swiss Open oder dem Dreikönigsturnier im Allgäu gibt es vielerorts kleinere, lokale Wettbewerbe, die einen niedrigschwelligen Einstieg in den Turnierbetrieb bieten.
Vom Einstieg zum sicheren Spiel
Wie in jeder Sportart entscheidet auch am Tisch die Übung. Wer regelmäßig spielt, entwickelt zunächst ein Gefühl für Ballkontrolle und Timing, bevor die einzelnen Pass- und Schusstechniken gezielt trainiert werden. Sinnvoll ist es, die Bewegungen langsam einzuüben und erst dann im Spiel gegen wechselnde Gegner anzuwenden. Da viele Gruppen mit eigenen Hausregeln spielen, lohnt sich vor jeder Partie eine kurze Abstimmung über das geltende Regelwerk, gerade beim Wechsel vom lockeren Spiel zum Turnier.
Ein Verein als fester Anlaufpunkt
Ein Verein wie das KickerCentrum Ortenau bietet dem Tischfußball in der Region einen festen Rahmen. Regelmäßige Trainingszeiten, gemeinsame Turniere und der Austausch unter den Aktiven sorgen dafür, dass aus einem Freizeitvergnügen ein dauerhaftes Hobby werden kann. Vereinsstrukturen helfen außerdem dabei, Nachwuchs an den Sport heranzuführen und die Verbindung zu überregionalen Wettbewerben zu halten. So bleibt der Tischfußball nicht auf den Gelegenheitsspieler beschränkt, sondern findet einen Ort, an dem er ernsthaft betrieben werden kann.
Tischfußball und der Fußball der Region
So unterschiedlich die beiden Spielarten auf den ersten Blick wirken, teilen sie doch denselben Kern: das Spiel mit dem Ball, das Miteinander in der Mannschaft und die Freude am Wettbewerb. In vielen Vereinsheimen der Ortenau steht ohnehin ein Kickertisch, an dem nach dem Training oder am Vereinsabend gespielt wird. Der Tischfußball ist damit kein Gegensatz zum Rasensport, sondern eine kleine, eigenständige Ergänzung, die in derselben Vereinskultur wurzelt und dieselbe Begeisterung für das Spiel teilt.
Warum „Kicker der Ortenau“?
Der Name dieser Seite spielt bewusst mit der Doppelbedeutung des Wortes: Der „Kicker“ ist in der Ortenau der Fußballer auf dem Platz – und zugleich das Spielgerät am Tisch. Der Schwerpunkt dieses Nachschlagewerks liegt auf dem Vereinsfußball der Region; der Tischfußball ergänzt das Bild als zweite, kleinere Spielart unter demselben Begriff.
